Pyramiden, eine Zeitkapsel im Eis
#LOG 2
Log Entry - 23.06.2024
Pyramiden 9170, Spitzbergen und Jan Mayen
Weather: Cloudy and cold in the morning
Altitude: 8m
#LOG 2 Pyramiden, im Eis
Es liegt bestimmt an meiner Zeit bei der Marine - aber Reisen auf dem Wasser haben für mich bis heute eine ganz eigene Magie. Dieses Gefühl, sich langsam von der bekannten Welt zu entfernen, getragen von Wind und Wellen, ohne Eile, ohne festen Halt. So entstand die Idee zu dieser Reise. Mein Ziel lag weit im Norden - Svalbard, ein abgelegenes arktisches Inselarchipel aus unzähligen Inseln, rau, karg und von einer Stille, die man nicht beschreiben kann.
Die größte von ihnen: Spitzbergen. Dort liegt einer der nördlichsten bewohnten Orte der Welt, kaum mehr als 1.000 Kilometer vom Nordpol entfernt. Ein Ort, der sich nicht einfach erreichen lässt - und gerade deshalb so besonders ist. Mein Ziel war es eine Geisterstadt zu besuchen und Eisbären zu sehen. In Spitzbergen soll es die höchste einwohnerbezogene Eisbärendichte der Welt geben. Man kann dorthin auch fliegen. Ich fuhr gemütlich mit dem Schiff.
In Hamburg ging es los. Ruhig fuhren wir die Elbe hinunter, hinaus in die Nordsee. Mit jeder Seemeile wurde die vertraute Welt ein Stück kleiner. Wir folgten der rauen, zerklüfteten Westküste Norwegens nach Norden. Fjorde, die tief ins Land schneiden, kleine Orte, die sich an die Küste klammern, und immer wieder dieses Gefühl von Weite. Stationen wie Olden, Molde, Tromsø und schließlich das Nordkap lagen auf dem Weg - Orte, die für viele das Ende der Welt markieren.
Das Nordkap selbst ist… nun ja. Beeindruckend durch seine Lage, weniger durch das, was man dort vorfindet. Wer dort oben wirklich etwas spüren will, sollte früh kommen, bevor die Busse eintreffen, bevor die Kameras in Stellung gehen und ein besonderer Ort zu einer Kulisse wird.
Mein eigentliches Ziel lag noch weiter nördlich. Der Seetag Richtung arktischer Ozean hatte es in sich. Schwere See, um die 7 Meter Wellen, das Schiff in Bewegung. Der Seegang ist vielleicht für ein kleines Fischerboot herausfordernd aber nicht für ein 250 Meter Kreuzfahrtschiff, doch man merkt ihn. Und plötzlich wird es still, und sehr schnell einsam an der Bar. Die Gespräche werden kürzer, die Schritte vorsichtiger.
Ich genieße den Wellengang. Schau zu wie der Bug des gewaltigen Schiffes sich langsam hebt, durch die nächste Welle schneidet, und wieder eintaucht, als würde er den Atem des Ozeans selbst begleiten. Jeder Aufprall, jedes Aufsteigen ist ein Pulsschlag der See, und ich stehe mittendrin - nicht als Beobachter, sondern als Teil dieses uralten Rhythmus.
Die Gischt, der feine Sprühnebel aus feinsten Wassertropfen, von den Wellenkämmen geweht, trifft mein Gesicht. Sie schmeckt nach Salz, nach Freiheit und alten Geschichten.Ein Gefühl, das viele Seeleute auch heute noch in schwerer See haben: Die totale Loslösung vom normalen Alltag an Land und die unmittelbare Nähe zu den Urkräften der Natur.
Am nächsten Morgen - Land voraus - Spitzbergen. Ein Moment, der hängen bleibt. Links und rechts ragen Berge auf, als würden sie den Himmel stützen. Karg, rau, monumental. Eine Landschaft, die keinen Kompromiss kennt.
Für einen Augenblick stellt man sich vor, wie die ersten Menschen hier ankamen, in kleinen Booten, der Witterung schutzlos ausgeliefert. Was hat sie getrieben? Welche Kraft bringt einen Menschen dazu, sich freiwillig einer solchen See auszusetzen? Orientierungslos, vielleicht mit einem kleinen Kompass, der die grobe Richtung anzeigte.Wir wurden Entdecker, weil unsere Neugier uns getrieben hat, dieses uralte Bedürfnis, zu sehen, was hinter dem nächsten Horizont liegt. Der Drang, die Grenzen des Bekannten zu verschieben, liegt uns vermutlich im Blut.Und während dieser Gedanke durch den Kopf zieht, steht man selbst an Deck. Warm angezogen, sicher, getragen von einem Schiff, das mühelos durch diese raue Welt gleitet.
Ein seltsamer Kontrast. Langsam öffnet sich der Fjord. Die Berge rücken näher, das Wasser wird ruhiger. Longyearbyen taucht auf. Klein, fast verloren in dieser gewaltigen Landschaft. Die nördlichste, dauerhaft bewohnte Siedlung der Welt, am 78. Breitengrad. Ein Ort, an dem die Welt dünner wird.
Doch auch hier endet die Reise nicht.
Mein Endziel heißt Pyramiden. Eine verlassene, Ende der neunziger Jahre aufgegebene, russische Bergbaustadt, etwa 70 Kilometer entfernt. Ein Lost Place, von dem viele gehört haben, den aber nur wenige wirklich sehen. Ich fand einen lokalen Anbieter - russisch, unkompliziert und direkt. Wir starteten mit einem RIB (kurz für Rigid Inflatable Boat, deutsch: Festrumpfschlauchboot). Vorher quetschte ich mich noch in einen Survivalsuit, steif und klamm. Zwei Stunden durch eisiges Wasser, Kälte und Wind. Die Landschaft zog vorbei, unnahbar, fast abweisend.
Walrosse ruhen in Gruppen am arktischen, schmalen Kiesstrand. Igor hielt das Boot an. Vielleicht ein Dutzend, dicht aneinandergedrängt wie ein einziger, atmender Körper aus Fett und Fell. Sie regulieren so ihre Temperatur, erklärte Igor über den Motorenlärm hinweg und wärmen sich gegenseitig in dieser Kälte. Ihre Stoßzähne, vom Alter vergilbt, ragten in absurden Winkeln in die Luft, während die massigen Körper träge übereinander glitten. Einer hob den Kopf, musterte uns mit kleinen, wässrigen Augen, ohne Interesse, ohne Furcht - wir waren hier nur Gäste, geduldet, nicht mehr. Dann sank der Schädel zurück auf den Rücken des Nachbarn, und die Gruppe verschmolz wieder zu dieser einen, trägen Masse. Ich dachte an all die Jahre, all die Generationen von Walrossen, die genau hier, an diesem Strand, gelegen hatten, lange bevor Menschen mit ihren Booten und Kameras auftauchten, und lange nachdem wir wieder verschwunden sein würden.
Kein Geräusch außer dem Motor, dem Wind, und diesem leisen, animalischen Grunzen. Je weiter wir fuhren, desto deutlicher wurde: Hier draußen gibt es keinen Platz für Ablenkung, nur Weite und Gegenwart. Dann tauchte sie auf. Die Geisterstadt Pyramiden. Benannt nach dem gleichnamigen Berg, der tatsächlich aussieht wie eine perfekte Pyramide. Früher wurde hier Kohle gefördert. Heute steht die Siedlung leer.
Eine Zeitkapsel.
Olga erwartete uns bereits. Sie führte uns zuerst in das gleichnamige, wiedereröffnete Hotel, eine saisonale Unterkunft mit sowjetischem Charme, wo wir russische Küche serviert bekamen - einfach, warm und sehr gut, fast surreal inmitten dieser verlassenen Welt. Ein Ort, der gleichzeitig lebt und längst aufgegeben wurde.
Dann begann der Rundgang. Olga lud ihr Gewehr durch zum Schutz vor Eisbären. Allein das veränderte die Wahrnehmung.
Was folgte, fühlte sich an wie ein Gang durch einen Film, nur dass nichts daran inszeniert war. Pyramiden ist ein Ort, an dem die Zeit nicht einfach nur verstrichen ist - sie ist dort schockgefroren. Während wir durch die verlassenen Wege dieser sowjetischen Geisterstadt wandelten, legt sich eine Stille über mich, die fast physisch greifbar ist. Es ist kein leeres Schweigen, sondern ein dichtes, erwartungsvolles Echo einer Zivilisation, die mitten im Satz aufgehört hat zu existieren. Über allem thront der majestätische, namensgebende Berg, während der Nordwind den Staub der Geschichte über die leeren Plätze peitscht.
Eine pompöse Kantine, mit Holz vertäfelten Wänden und braunen Fischgräten Parkett. Hier, im einstigen sozialen Herzschlag der Stadt, ist die Atmosphäre seltsam feierlich. Man tritt auf den glatten Boden und erwartet unbewusst das Klappern von Metallbesteck und das Stimmengewirr hunderter Bergleute. Doch stattdessen empfängt dich nur das fahle Licht, das durch die hohen Fenster fällt und die verwaisten Tische in ein fast sakrales Licht taucht. Es riecht nach kalter Arktisluft und dem fernen Aroma von Jahrzehnte altem Bohnerwachs.
Weiter geht’s zur Schwimmhalle, hier schlägt die Stimmung um in eine kühle, architektonische Melancholie. Wo einst das chlorhaltige Wasser gegen die weißen Fliesen schwappte und das Lachen der Schwimmer von den blauen Wänden widerhallte, herrscht nun eine hohle Akustik, die jeden deiner Schritte auf dem Boden vervielfacht.
Das leere helle Becken liegt wie tot vor mir, dessen Fliesen das spärliche arktische Licht reflektieren und die Tiefe des Raumes unnatürlich betonen. Direkt daneben das Kulturhaus und Theater.
Auf dem Weg dorthin überquerten wir den zentralen Platz der Siedlung. Dort, auf einem schlichten Sockel, blickt er noch immer über die Stadt: Eine Büste Lenins aus rotem Granit. Unbeirrt blickt er immer noch über die Siedlung, als hätte niemand ihm gesagt, dass die Stadt zu seinen Füßen längst verlassen ist. Olga erzählte es fast beiläufig, wie eine Randnotiz, doch die Info blieb hängen - nördlicher gibt es keine Büste mehr auf diesem Planeten.
Der Anblick hat etwas Absurdes und zugleich Rührendes. Hier, am Rand der bewohnbaren Welt, wo selbst die Natur sich weigert, milde zu sein, wollte eine Großmacht noch ein letztes Zeichen setzen - als müsste die Ideologie auch dort verkündet werden, wo niemand mehr zuhört außer dem Wind und ein paar Touristen mit Kameras. Der rote Stein wirkt fremd in dieser Landschaft aus Grau und Weiß, ein Farbtupfer, der nichts mit Eis und Fels zu tun hat, sondern mit einer Welt, die längst untergegangen ist.
Ich stand eine Weile davor, in der Kälte, und dachte darüber nach, was von einem System bleibt, wenn die Menschen, die daran glaubten, gegangen sind: Ein Gesicht aus Stein, das nichts mehr zu sagen hat, außer dass es einmal wichtig war.
Direkt dahinter das Kulturhaus und Theater. In der Dunkelheit des Zuschauerraums, zwischen den noch immer perfekt ausgerichteten Klappsesseln, ist die Präsenz der Vergangenheit zu spüren. Ein verlassenes Klavier auf der Bühne wirkt wie ein vergessenes Requisit. Man spürt den Stolz einer längst untergangenen Weltmacht, die hier, am Rande der bewohnbaren Welt, ein Zeichen der Kultur setzen wollte.
Doch der tiefste emotionaler Kontrast erwartet mich im Kindergarten, der mich am meisten berührte. Es ist der intimste Ort der Stadt. Während draußen die harte Industrie regierte, schufen Kinder hier drinnen ihre eigene Welt. Stell dir vor, du trittst über die Schwelle dieses Raumes, in dem die Zeit Ende der neunziger Jahre schlagartig stehen blieb. Während draußen die arktische Wüste in harten Grau- und Weißtönen regiert und der Staub der Kohlemine alles mit einem dunklen Schleier überzieht, explodiert im Inneren des Kindergartens eine Welt aus purer Fantasie.
An den Wänden entfaltet sich das ergreifendste Zeugnis menschlicher Sehnsucht. Die Kinder von Pyramiden haben hier ihre eigene Welt zur rauen Realität der Arktis erschaffen, und an den Wänden hinterlassen.Man muss sich das bildlich vorstellen: Winzige Hände nahmen
die harten, funktionalen Überreste der Schwerindustrie, bunte Kabelrollen, die eigentlich für die elektrische Versorgung der Förderanlagen bestimmt waren, und verwandelten sie in Kunst. Mit kleinen Zangen wurden millimeterkurze Stückchen von den farbigen Isolierungen abgeknipst. Diese tausenden winzigen Kabelzylinder in sattem Rot, leuchtendem Gelb und kräftigem Blau und Grün wurden dann Stück
für Stück, mit akribischer Geduld, an die Wände geklebt, bis aus dem Abfall der Mine eine lebendige Welt aus Kinderaugen als Mosaik entstand.
Dort, wo eigentlich nur Permafrost und kahler Fels herrschen, wachsen nun Mosaik-Bäume mit grünen Kronen empor, mit glücklichen Kindern. Kleine Vögel mit bunten Gefiedern flattern durch eine Luft und am Boden blühen filigrane Blumenwiesen, die es in diesen Breitengraden niemals geben wird. Es ist eine Flucht in die Farbe, eine Manifestation reinster Fantasie, die alles darstellt, was es im Umfeld dieser Kinder nicht gab: Wärme, Üppigkeit und das sanfte Rauschen von Blättern.
Wenn man heute in der absoluten Stille vor diesen Mosaiken steht, spürt man die immense Kraft dieses kreativen Akts. Es ist, als hätten die Kinder den grauen Alltag mit ihren kleinen Kabelstücken einfach weggezaubert. In der sanften Melancholie dieses Raumes meint man fast noch das leise, rhythmische Klicken der Zangen zu hören, mit denen sie sich ihre eigene, blühende Natur aus dem harten Industriematerial schnitten. Diese Wände sind ein leises, aber außergewöhnliches Denkmal für den menschlichen Geist, der selbst am Ende der Welt und inmitten von Fels und Eis nicht aufhört, von bunten Sommerwiesen zu träumen.
Mir fällt dabei ein Vergleich ein, der mir sehr passend erscheint: Die Höhlenmalereien von Lascaux. Auch dort haben Menschen mit dem gemalt, was sie zur Hand hatten - Ocker, Kohle, Erde, um das an die Wand zu bannen, was ihnen fehlte oder heilig war. Hier, in Pyramiden, waren es die bunten Kabelisolierungen, der einzige Farbklecks in einer Welt aus grauem Beton und schwarzer Kohle. Und gemalt haben sie nicht, was sie hatten, sondern was sie sich wünschten: Grüne Bäume, blühende Wiesen, eine Natur, die es hier oben nie geben wird. Vielleicht ist das die eigentliche, uralte Funktion von Kunst – nicht Dekoration, sondern eine Antwort auf die Leere.
Ob vor 30.000 Jahren in einer Kalksteinhöhle oder 1990 in einer sowjetischen Bergbaustadt. In der Stille des verlassenen Kindergartens wird deutlich, dass diese bunten Kabelstückchen die moderne Form jener Ur-Stimmung sind, die uns erst zum Menschen macht: Die Fähigkeit, in der Dunkelheit von Licht und Farben zu träumen.
Ich denke, in diesen kleinen Kabelstückchen an den Wänden von Pyramiden liegt die DNA der Kunst verborgen. Es ist die reine, unverfälschte Form des menschlichen Ausdrucks – fernab von Galerien und der heutigen Schickimicki-Kunstszene. In dieser Stille ist es als würde man einer Handvoll Kinder dabei zusehen, wie sie - selbst wenn alles andere verlassen ist - ihre Träume an die Wand kleben.
Wenn man schließlich den Kindergarten verlässt und den Weg zurück zum Kai antritt, spürt man den Kontrast zwischen der farbenfrohen Innenwelt des Kindergartens und der monochromen Erhabenheit der arktischen Landschaft. Während die Schritte auf dem schotterigen Boden knirschen, blicke ich ein letztes Mal zurück auf die starren Fassaden, hinter denen die Mosaike aus Kabelresten wie geheime Schätze im Dunkeln leuchten.
Der Rückweg führt vorbei an den rostigen Verladekränen, die wie skelettierte Wächter über dem Fjord thronen. Die kalte Brise, die vom Gletscher herüberweht. Igor unser Steuermann fuhr das RIB vor, und deutete hinüber zum gegenüberliegenden Nordenskiöld-Gletscher. Fünf, vielleicht sechs Kilometer entfernt. Eis, das sich wie eine langsame Welle durch die Landschaft zieht. Er erzählte, dass sein Großvater früher von Pyramiden aus zu Fuß dorthin gehen konnte. Heute unmöglich.
Während das Boot langsam vom Kai, in Richtung Gletscher ablegt, und das aufgewühlte Wasser des Fjords eine schäumende Spur zwischen mir und dem Ufer zieht, beginnt Pyramiden vor meinen Augen zu schrumpfen. Aus der Nähe war die Stadt ein Labyrinth aus intimen Geschichten. Aus der Ferne wirken die mächtigen Wohnblöcke, wie Spielzeugschachteln, die jemand achtlos im Schatten des riesigen, namensgebenden Berges vergessen hat.
Vorsichtig steuerte Igor das RIB an den Gletscher, Eisschollen trieben im Wasser. Der Gletscher ist brüchig und hat sich weit zurückgezogen. Klimawandel, sichtbar und greifbar, kein abstrakter Begriff, keine Statistik. Ein Moment, der nachwirkt.Auf dem Rückweg wurde es stiller. Eine kleine Gruppe weißer Belugawale tauchte vor uns auf. Lautlos glitten sie neben dem Boot her, fast schwerelos, als würden sie uns ein Stück begleiten. Kein Spektakel, kein Lärm, nur Bewegung im Wasser und dieses stille Einverständnis, Teil dieses Augenblicks zu sein.
Ein Eisbär ließ sich an diesem Tag nicht blicken. Und trotzdem war es der eindrucksvollste Tag dieser Reise. Nicht wegen der Größe. Nicht wegen der spektakulären Bilder. Sondern wegen dieses Gefühls, ein kleines Mahnmal der Unbeugsamkeit und Kreativität des menschlichen Geistes erlebt zu haben. Ich habe heute ein Kunstwerk gesehen, und war quasi bei der Entstehung in Gedanken dabei. Durch diese Kreativität wie es entstanden ist gehört es nicht zu dem schönsten, aber zu dem fasziniertesten was ich in der Kunstwelt gesehen habe.
Es wurde nicht geschaffen, um Aufsehen zu erregen oder große Preise in Galerien zu erzielen. Es entstand aus einer viel tieferen, instinktiven Notwendigkeit heraus, dem reinen Bedürfnis, die eigene Existenz zu verschönern. Sie wurde für niemanden außer für die Kinder selbst und ihre kleine, isolierte Gemeinschaft geschaffen. Es ist Kunst in ihrer pursten Form - eine stille Rebellion gegen die Monotonie des grauen Alltags.
In dieser absoluten Isolation, lehrt uns Pyramiden, dass Gebäude vergehen und Imperien stürzen, aber der Drang, in der Dunkelheit Farben an die Wand zu zaubern, bleibt – als unser leisester und zugleich lautester Triumph über die Vergänglichkeit









































































































